Arr! Ich bin ein bionischer Superpirate!

Typischer Impfplan für eine Südostasienreise

Typischer Impfplan für eine Südostasienreise

Oder zumindest fühle ich mich nach der Impforgie, die zu einer Südostasien-Reise dazu gehört ein bisschen so. Wobei ich bei meinen Besuchen im Tropeninstitut in Würzburg immer wieder auf recht – nennen wir sie mal wohlwollend – optimistische Personen getroffen bin, die eine Woche vor einer längeren Reise in diese Region mal kurz vorbeigeschaut haben und dann ganz verwundert waren, dass man sich darüber doch etwas früher Gedanken hätte machen sollen. Aber ihr lest ja zum Glück den richtigen Blog und daher wird zumindest euch dieses Schicksal erspart bleiben!

Mit dem Thema Impfungen beschäftigt man sich normalerweise nur wenn es einen konkreten Anlass gibt, das gilt insbesondere auch für Piraten! Daher ist das bei mir auch tatsächlich im vollen Programm ausgeartet. Aber das ist ja wunderbar so, da ich euch so auch die kompletten Informationen geben kann. Erste Anlaufstelle für Impfungen für exotische Länder sollten dabei die Tropeninstitute sein und glücklicherweise gibt es davon in meiner Heimatstadt Würzburg sogar eins, welches ich dann auch entsprechend aufgesucht habe. Es gibt aber auch speziell dafür weitergebildete Ärzte, so dass man nicht zwangsläufig in die nächste Stadt mit Tropeninstitut muss.

Im Tropeninstitut wurde ich sehr gut beraten, es wurde gemeinsam ein Impfplan erstellt und ich konnte in aller Ruhe meine Fragen loswerden. Das Resultat waren dann aber eben Impfungen gegen 11 Krankheiten, wobei es teilweise dafür auch Kombinationsimpfungen gibt. Aber dafür braucht man für andere Krankheiten dann wieder bis zu drei Spritzen, daher sollte man tatsächlich keine Angst vor Spritzen haben. Aber ist ganz ungefährlich, ich habe alle meine 10 Spritzen überlebt und auch das Aua-Gefühl im Oberarm hatte ich nur bei 2 Spritzen ganz leicht. Also alles ganz locker. Aber gut, ich bin ja auch ein Pirat! Daher glaube ich, dass das für euch normale Landratten sicherlich unerträgliche Schmerzen sind! Arr!

Grundimmunisierung

Es wurde zum einen meine für Deutschland vom Robert-Koch-Institut Grundimmunisierung aufgefrischt. Dieser umfasste bei mir die folgenden Impfungen:

  • Tetanus
  • Diphterie
  • Polio
  • Pertussis
  • Mumps
  • Masern
  • Röteln
  • Hepatitis A
  • Hepatitis B

Klingt viel, sind aber zum Glück Kombinationsimpfungen, so dass man eine Einmalimpfung gegen Tetanus/Diphterie/Polio/Pertussis bekommt sowie eine Einmalimpfungen gegen Mumps/Masern/Röteln. Und die Impfungen macht man am besten gleich direkt beim Hausarzt, ist mit der Abrechnung einfach leichter. Aber dazu kommen wir dann später noch… Die Impfung gegen Hepatitis A+B ist auch eine Kombinationsimpfung, folgt aber dem Impfschema 0 – 7d – 28d, so dass man 3 Spritzen bekommt.

Landesspezifische Impfungen

Dazu kamen dann noch die landesspezifischen Impfungen gegen die folgenden Krankheiten:

  • Tollwut (Impfschema 0 – 7d – 28d)
  • Japanische Enzephalitis (Impfschema 0 – 28d)
  • Typhus (Einmalimpfung)
  • Meningokokken (Einmalimpfung)

Die Impfungen werden teilweise erst als sinnvoll erachtet, wenn man länger als einen Monat unterwegs ist oder ein erhöhtes Risiko für die Infektion hat, wie z.B. einen einfachen Reisestil oder Unterkunft bei Gastfamilien.

Klingt jetzt nach wahnsinnig vielen Impfungen und Spritzen, aber die Leute beim Tropeninstitut verstehen ja ihr Handwerk und daher ist es auf drei Termine dort sowie zwei Termine beim Hausarzt hinausgelaufen. Als Zeithorizont sollte man mindestens 6 Wochen einplanen, so hatte ich es auch gehandhabt. Dabei kann man aber eben auch Pech haben und so war bei mir der Impfstoff für Tollwut erst recht spät lieferbar, so dass mir die 3. Spritze fehlt. Aber da war die klare Empfehlung der Ärzte lieber einen unvollständigen Impfplan als gar keinen. Bei Tollwut muss man sowieso so schnell wie möglich nach einem Biss ein Krankenhaus aufsuchen, da die Impfung nur den Weg des Virus ins Gehirn verhindert. Ist der Virus erst mal im Gehirn, geht man fast immer über die Planke! Wie man sieht ist damit also tatsächlich nicht zu spassen! Und nur ein informierter Pirat ist ein guter Pirat, es schadet also nicht sich im Vorfeld über die Krankheitsbilder zu informieren und im Zweifelsfall im Urlaubsort immer ein Krankenhaus oder einen Arzt aufzusuchen. Denn ein toter Pirat ist kein guter Pirat mehr!

Ein zusätzliches Risiko stellt in Südostasien auch Malaria dar. Hier ist als erste Barriere zu empfehlen, den Stich zu verhindern. Übertragen wird Malaria durch die Anopheles, eine eher nachtaktive Fliege. Es sind nicht alle Arten gefährlich, aber manche sind eben ganz gemeine kleine Mistviecher! Daher guten Mückenschutz mitnehmen und auch auftragen sowie ein Moskitonetz. Zusätzlich gibt es aber auch eine Impfung gegen Malaria. Das sind aber wirklich starke Hämmer mit heftigen Nebenwirkungen wie Schädigung der Leber und Beeinträchtigung des Sehvermögens. Daher wird von einer prophylaktischen Impfung meist abgeraten, sondern man nimmt sich ein Standby-Medikament (z.B. Malarone) mit auf die Reise. Und dann war die klare Empfehlung bei starkem Fieber die Pillen lieber einzuschmeissen bevor man zu lange zögert. Aber natürlich sollte man trotzdem so schnell wie möglich ein Krankenhaus oder einen Arzt aufsuchen.

Kosten

Und nun kommt der spassige Teil an der gesamten Impforgie, denn das artet tatsächlich sehr schnell in einem nicht ganz unbeträchtlichen Kostenblock aus. Und den hatte ich persönlich zumindest anfangs nicht mit auf meiner Liste! Denn die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen fast nie die Kosten für solche „exotischen“ Impfungen. Einzig die Tetanus/Diphterie/Polio/Pertussis-Impfung sowie die Mumps/Masern/Röteln-Impfung wird von allen Krankenkassen übernommen. Aber den Rest muss man leider aus der eigenen Tasche bezahlen. Wie immer eine etwas komische Politik der Krankenkassen, denn die Folgekosten einer Krankheit würden sie dann ohne Anstand übernehmen. Aber da greift ja dann eh der Auslandskrankenschutz, daher ist das schon ganz clever um die Kosten zu drücken. Auch ein Anruf bei meiner Krankenkasse (AOK Bayern) war an der Stelle nicht hilfreich, es soll wohl aber Krankenkassen geben, die da deutlich kulanter und vernünftiger sind. Daher im Zweifelsfall einfach mal bei eurer Kasse nachfragen. Oder halt gleich privat versichern! Und damit waren bei mir dann nach dem Abschluss der Impfungen ca. 620 € weg und das Malaria-Standby-Medikament schlägt auch noch mal mit ca. 60 € zu Buche. Also ein ordentlicher Batzen Geld, mein Flug von Frankfurt nach Kathmandu und von Bangkok zurück nach Frankfurt war billiger! Aber an der Gesundheit sollte man halt an dieser Stelle tatsächlich nicht sparen! Und als Lohn gibt es auch ganz viele tolle Stempel im Impfpass! Na, wenn das doch nichts ist!

Aber so gut vorbereitet kann der Travelpirate dann nun bald etwas unbesorgter losziehen und kommt mit der entsprechenden Vorsicht und gesundem Menschenverstand auch wieder wohl behalten zurück! Und ist halt jetzt noch ein bisschen supererer als sonst auch und leuchtet sicherlich auch im Dunkeln 😉

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