Good-Bye Nepal! Welcome Bangkok!

Nun, was soll man im Rückblick über Bangkok schreiben, wenn man die Stadt hinter sich gelassen hat und gerade auf der Veranda seines Strandpavillons auf Koh Chang sitzt und diesen Ausblick geniesst?

 

Richtig, genau so geht es mir gerade auch! Koh Chang ist schon verdammt nahe dran am Paradies und direkt am Strand zu schlafen mit dem Meer keine 3 Meter entfernt ist schlichtweg genial! Aber ich wollte ja über Bangkok schreiben, über Koh Chang kann ich dann später immer noch schwärmen, wenn wir die Insel etwas besser kennen gelernt haben…

Und mein Eindruck von Bangkok war irgendwie von Anfang an zwiegespalten und Bangkok hat keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen oder mich in irgendeiner anderen Weise nachhaltig beeindruckt. Sicher, es gibt tolle Ecken mit vielen Tempeln, die geradezu verschwenderisch mit Gold bedeckt und geschmückt sind. Es gibt ein tolles Chinatown mit einem engen Gassengewirr und einem riesengroßen Markt mit allerlei fremden Gerüchen, komischen bis undefinierbaren Essenssachen und sonstigem Tand, den man braucht oder nicht braucht. Und überhaupt die Nachtmärkte, wenn die Leute sich in den viel zu engen Durchgängen zwischen den Ständen stauen und man erst merkt, wie die Stadt lebt und pulsiert.

Und doch habe ich mir das alles zwar gerne angesehen und wir haben die Stadt in zwei Tagen auch recht ausgiebig erkundet. Aber dennoch hat die Stadt keine Begeisterungsstürme in mir hervorgerufen wie das teilweise in anderen Städten schon der Fall war. Es kann natürlich sein, dass man einfach schon zu viel gesehen hat und deswegen die Stadt nicht mehr so auf einen gewirkt hat. Das glaube ich aber nicht, da ich eigentlich immer neugierig bin und gerne neue Städte, Länder, Dinge, was auch immer erkunde und überall etwas spannendes Neues entdecke. Das war auch hier sicherlich der Fall aber ich glaube, die Zeit in Nepal hat emotional einfach noch zu stark nachgewirkt und deswegen konnte ich mich nicht ganz so sehr von Bangkok begeistern lassen. Es war für mich auch tatsächlich eine Art Kulturschock von Nepal aus in Bangkok zu landen. Da wurde einem nämlich erst wieder vor Augen gehalten, wie unterentwickelt Nepal doch eigentlich im Vergleich zu Thailand ist. Befestigte Strassen, gute Infrastruktur & Konsum im Überfluss! Da ist mir persönlich ehrlich gesagt Nepal um einiges lieber! Und ich glaube es sind vor allem die Menschen in Nepal, die für mich den Unterschied gemacht haben. Denn durch das Volunteering bei der Foster Foundation Nepal habe ich viele tolle Leute kennengelernt, die mich auch persönlich inspiriert haben und über deren menschliche Nähe ich sehr froh bin. Da kann dann eben eine so für mich kalte und anonyme Stadt wie Bangkok nicht mithalten…

Das soll jetzt aber überhaupt nicht heissen, dass Bangkok keinen Besuch wert ist! Ganz in Gegenteil! Ich beschreibe ja nur die Wirkung der Stadt auf mich und für euch persönlich mag sich das durchaus anders darstellen. Und wenn ihr euch die Bilder anseht, dann könnt ihr auch erahnen, dass Bangkok wirklich viel zu bieten hat. Wir haben am ersten Tag mit unserer Erkundungstour bei der Silom Road angefangen, wo wir uns auch im Sunflower Place eingebucht haben. Ein sehr nettes und sauberes Hostel, das man ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen kann. Die Gegend ist durch die Nähe zu dem Rotlichtbezirk Pattapong etwas durch Läden wie das Thai Boys Massage Center 2011 und den Golden Cock geprägt, aber wer jahrelang die Bahnhofsgegend in Frankfurt überstanden hat, den kann so was nicht mehr schocken. Und zum positiven ist gleich an der Ecke der Strasse das Thai Restaurant „The Mango Tree“ zu finden, das sich mit einem Mangobaum im Aussenbereich sehr einladend und als ruhige Oase in Bangkok darbietet. Und das Essen ist auch ausgezeichnet, wenn auch nicht superbillig, aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmt trotzdem. Ansonsten gibt es auch noch einige andere Restaurants in der Ecke, einfach dort reingehen, wo viele Einheimische sitzen, das ist meist immer ein gutes Zeichen.

 Von der Silom Road, einer der Haupteinkaufsstrassen Bangkoks sind wir weiter in Richtung China Town gelaufen und haben dabei so einige Kilometer Bangkoks hinter uns gelassen und an vielen Ecken immer wieder neue Entdeckungen gemacht. So wurden die ersten Tempel erkundet und der Alltag der Leute beobachtet. China Town an sich ist definitiv einen Besuch wert! Es fängt erst mit einer recht breiten Strasse mit einem typisch chinesischen Eingangstor an, aber die Strasse verdichtet sich dann immer schneller und bald ist man im Gewirr der Strassen gefangen, lässt sich mit der Masse treiben und schaut neugierig nach links und rechts und entdeckt an jedem Stand etwas Neues. Hier kann man echt Stunden verbringen und freut sich dann, wenn man von dem Gassengwirr irgendwann wieder ausgespuckt wird und endlich mal wieder den Himmel über sich sieht.

So läuft man dann erschöpft noch ein bisschen weiter durch die Stadt in Richtung des Golden Mounts, einem ca. 70 Meter hohen Turm, der einen kleinen Überblick über die Stadt bieten soll. Das konnten wir leider nicht mehr beurteilen, da dieser bereits um 17 Uhr schliesst und wir uns eben zu gerne in China Town aufgehalten haben. Aber von unten betrachtet schien dieser Verlust zumindest verkraftbar und wir haben uns auf den Rückweg zur Silom Road und unserem Hotel gemacht. Dabei mussten wir uns zwangsläufig noch über den Pattapong Nachtmarkt zwängen, sind dann aber nach durchaus einigem Laufkilometern und einem exzellenten Abendessen im „The Mango Tree“ erschöpft ins Bett gefallen.

Den zweiten Tag haben wir dann mit dem typischen Touristenprogramm begonnen und sind mit der U-Bahn an den Central Pier gefahren und von dort dann mit dem Boot zum Königspalast mit dem Tempel Wat Phra Keo. Die gesamte Anlage ist wirklich mehr als beeindruckend, es glitzert und glänzt an allen Ecken und man kann die schöne thailändische Architektur bewundern. Das macht man mit Horden von anderen Touristen und es ist immer wieder erstaunlich, wie manche Leute im Urlaub rumlaufen. Aber zum Glück gibt es ja Sittenwächter am Eingang und man kommt nicht mit jeder Kleidung in die Anlage rein. So sind z.B. kurze Hosen oder schulterfreie Tops ein absolutes No-Go. Aber das sind dann alles die Leute, die mit lustigen Leihklamotten durch die Anlage laufen und über die man sich wunderbar amüsieren kann. Somit ist für die Unterhaltung also auch gleich gesorgt 🙂

Danach hatten wir dann aber auch schon die Nase voll von Tempeln, obwohl durchaus noch einige andere vom Reiseführer angepriesenen Tempelanlagen in der Nähe des Königspalasts sind. Aber uns hat es in Richtung des Siam Centers gezogen und wir haben den Nachmittag in der schönen Siam Ocean World verbracht, dem größten Aquarium Südostasiens. Nichts herausragendes und vergleichbar mit den meisten anderen Aquarien, die ich schon so besucht habe. Aber für uns an dem Nachmittag genau das Richtige und vor allem das Fussbad in einem Whirlpool mit kleinen Fischen, die sich wohl von toter Haut ernähren war sehr amüsant und erfrischend zugleich. Man hängt die Füsse ins Wasser und die Fischchen kommen sehr schnell an und knabbern einem an den Füssen, schwimmen zwischen den Zehen und man muss sich sehr zusammenreissen, nicht in lautes Gelächter auszubrechen. Mal hat das besser geklappt, mal schlechter 🙂

Dann haben wir den Tag auf dem Siam Night Market ausklingen lassen, noch ein bisschen geshoppt und uns von der Stadt verabschiedet. Denn am nächsten Tag ging es dann um 8:30 Uhr weiter mit dem Bus auf die Insel Koh Chang im Süden Thailands. Dort sind wir mittlerweile gut angekommen und lassen es uns gutgehen, wie das erste Bild ja bereits gezeigt hat 🙂 Und mehr über Koh Chang gibt es dann beim nächsten Mal…

Bis dahin: Abschalten 😉

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