Day 1 - Roadtrip Southwest USA XLVI

Roadtrip Southwest USA – Day 1: Arizona ist doch nur Wüste…

Wooha, die Welt hat mich wieder! Und diesmal hat es mich in den Südwesten der USA verschlagen, wo ich mich mit dem Auto von Phoenix, Arizona nach San Jose, Kalifornien durchschlagen werde. Der Flug mit British Airways von Frankfurt aus war recht unspektakulär, solider Service, nicht mehr und nicht weniger. Damit bleibt Turkish Airlines nach wie vor meine aktuelle Lieblingsairline.

Nach insgesamt 5 Filmen im Flieger und einem langen Anreisetag hieß es nur noch den Mietwagen abholen (Toyota RAV4, Klasse Intermediate SUV) und ab ins Days Inn Phoenix Center um ein bisschen Schlaf zu bekommen. Aber für Nachtmenschen wie mich ist die Zeitverschiebung in die USA eh nie ein Problem, lustig wird es erst bei der Rückkehr nach Deutschland. Aber das ist ja noch in weiter Ferne…

Frisch gestärkt (Seriously, how can you call this a continental breakfast? This is an insult!) ab in den Wagen und das Monument Valley sollte das Ziel sein. Wie immer habe ich mich sonderlich auf die Reise vorbereitet und will mich einfach treiben lassen. Und die Weite und die großartigen Landschaften des Südwestens der USA sind genau das, worauf ich jetzt richtig Bock habe. Der Reiseführer meinte, das Monument Valley ist genau der Landstrich der USA der unser Bild vom Wilden Westen geprägt hat wie kein anderer. Klingt gut? Fand ich auch 🙂

Und kaum bin ich raus aus Phoenix (Ohne sich jetzt was angesehen zu haben, kann man die Stadt wohl wirklich einfach links liegen lassen) habe ich genau das Bild vor Augen das ich mir vorgestellt hatte: weites Land, wüstenartige Landschaft und meterhohe Kakteen. Sieht klasse aus und denke mir noch: „Oh, später muss ich mal stehen bleiben und Bilder von den Kakteen machen…“. Ja, wäre ich doch nur früher stehen geblieben, denn auf die Landschafts- und Vegetationswechsel der nächsten 500 Kilometer war ich nun wirklich nicht gefasst! Die Kakteenlandschaften waren nämlich ziemlich vorbei, es ging immer mehr in die Höhe und es dauerte nicht lange, bis der erste Schnee da war. What the fuck?

Es gab auf der Strecke bis Flagstaff deutlich mehr Schnee als im deutschen Winter dieses Jahres, das hätten wir uns für Weihnachten gewünscht! Und Flagstaff selbst liegt auf über 2300 Meter, ist von noch höheren Bergen umgeben und hat nun mal so überhaupt gar nichts mehr mit Wüste zu tun. Aber kaum ist man Flagstaff raus, gibt es schon wieder den nächsten Vegetationswechsel, der Schnee wird weniger, verschwindet aber nicht ganz. Dafür geht nun alles in ein Gelb/Blassbraun über, die Berge sind weg und je weiter man fährt umso röter wird es. Ein Wahnsinnsspektakel auf jeden Fall und ich sitze mal wieder mit offenem Mund im Auto und kann nicht dankbar genug sein für alle diese unglaublichen Momente…

Das Ganze kulminiert dann als ich die Gegend um Monument Valley erreiche. Die Fahrt von Kayenta aus bietet allein schon spektakuläre Landschaften und es schälen sich immer mehr Monolithen aus dem Boden. Ich kann gar nicht häufig genug stehen bleiben um zu versuchen diesen Wahnsinn photografisch einzufangen. Zumal es schon nach 15 Uhr ist bis ich dort angekommen bin und die Sonne schon recht tief steht, was für ein phantastischen Licht sorgt. Richtig, richtig toll wird es dann nachdem man im Nationalpark ist (5$ Eintritt, eindeutig einige der besten $ je ausgegeben!). Vom Visitor Center aus bieten sich spektakuläre Ausblicke und die Anzahl der Touristen ist bis auf die paar obligatorischen Japaner (Was essen die denn eigentlich bitteschön in den USA?) auch sehr überschaubar.

Das Beste am Nationalpark ist aber der Rundweg durch die Landschaft. Es handelt sich dabei um eine unbefestigte Strasse und schon hatte sich der SUV mehr als bezahlt gemacht. Und fuck, macht das einen Heidenspass zumindest so ein bisschen das Offroad-Feeling zu geniessen. Schon alleine das würde ja reichen, aber dann ist man ja noch inmitten einer der wunderbarsten Landschaften, die ich je erleben durfte. Awesome, just awesome! Mittlerweile hat sich die Sonne auch immer mehr verabschiedet (Kein Sonnenuntergang aus dem Valley heraus sichtbar) und es ist dunkel geworden. Und auf einmal überholen mich auch immer nur noch Autos oder kommen mir entgegen und plötzlich ist es dunkel und tatsächlich bin ich das einzig verbliebene Auto auf dem ca. 1-stündigen Rundkurs. Oh yeah!

Wenn das mal keine Einladung ist! Also Stativ raus, Kamera endgültig auf Bulb-Modus umgestellt und los geht es mit den Langzeitbelichtungen. Ein bisschen rumexperimentiert und so 8-10 Minuten mussten schon sein, um noch genug Licht einzufangen. Und das Ganze bei knackigen Temperaturen um den Nullpunkt und bei wirklich kompletter Dunkelheit und vor allem bei vollkommener Stille rund um einen herum. Hat sich schon so ein bisschen creepy angefühlt und ich habe mich während den Belichtungen mal lieber ins Auto verzogen und die Türen zugemacht, sicher ist sicher 🙂

Der Moment des Tages lag aber noch vor mir und als ich aus dieser Dunkelheit um eine Gesteinformation herumfahre, trifft mich der Vollmond mit seiner vollen Wucht! Unglaublich wie phantastisch, weil so unerwartet, dieser Anblick war! Was für ein Licht aus dieser Dunkelheit plötzlich wurde und wie klein ich mich angesichts dieser fast schon obszönen Zurschaustellung der Schönheit dieser Welt fühlte. In my face, world! You won this round, I cried!

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