Roadtrip Southwest USA – Day 2: Die Jagd nach dem Licht und dem Rauchmonster

Nach dem gestrigen phantastischen Tag ging es heute nicht minder spektakulär weiter und das Hauptprogramm hiess Antelope Valley Canyon. Die Fahrt von Kayenta nach Page dauerte mit einigen Photostopps lediglich ca. zwei Stunden und die Landschaften zeigten sich wieder sehr abwechslungsreich und es gab wieder sehr schöne Farbspiele. Und schon von weitem waren am Horizont Rauchsäulen auszumachen, die mich neugierig gemacht hatten: Von einem Geysir stand doch nichts im Reiseführer, oder? Oder war das der berühmte Reifenberg, der zur Vorbereitung auf das neue Jahr verbrannt wurde? Oder gar das Rauchmonster aus Lost? Gedankenspiele über Gedankenspiele, die mir durch den Kopf gingen…

Und die Antwort sollte dann eine ganz profane sein, denn es waren einfach die Wasserdampfsäulen des Kohlekraftwerkes, das aus welchen Gründen auch immer direkt neben dem Antelope Valley Canyon aufgestellt wurde. Ich meine Energieerzeugung und Arbeitsplätze hin und her, aber muss es denn wirklich direkt in dieser phantastischen Landschaft sein? Naja…

Beim Antelope Valley Canyon handelt es sich um den am häufigsten photographierten Slot-Canyon der Welt und das aus guten Grund! ich bin mir sicher jeder hat schon mal ein Photo mit den charakteristischen Sunbeams gesehen. Die gibt es allerdings leider nur im Sommer zur Mittagszeit, wenn die Sonne hoch genug steht. Daher war meine Erwartungshaltung etwas gedämpft und ich war schon froh, dass sich zumindest die Sonne wieder rausgekämpft hatte. Aber gute Lichtbedingungen sehen nun wirklich anders aus. Aber was soll’s, ich war da und wollte mir das natürlich trotzdem nicht entgehen lassen. Um 31$ ärmer ging es dann mit dem Guide (Auf eigene Faust ist nicht!) in Richtung des Upper Canyons, welcher aufgrund der Enge der spektakulärere sein soll. Und ich wurde fürwahr nicht enttäuscht, es haben sich einem spektakuläre Ausblicke und unglaubliche Farben geboten – trotz des suboptimalen Lichts und der Scharen an Asiaten, die sich ebenfalls durch den Canyon quetschten. Das machte das Photographieren nicht wirklich leichter und die Ergebnisse sind leider etwas ernüchternd…

Weiter ging es dann Richtung des Lower Canyons, wo man noch mal 20$ los wurde. Aber dafür hatte ich hier wenigstens das Glück mit der letzten Gruppe des Tages um 14:30 Uhr unterwegs zu sein, wodurch wenigstens die Heerscharen an Japanern wegfielen. Übrig blieb nach wie vor das bescheidene Licht, aber immerhin war der Canyon etwas breiter und es fiel mehr Licht in den Canyon. Insgesamt ist der Lower Canyon von den Felsformationen nicht ganz so spektakulär, was aber  durch die weniger Leute und das mehr an Licht wett gemacht wurde und so hat er mir persönlich besser gefallen.

Nach kurzen Abstechern zur Antelope Point Marina (Weiterfahren…) und zum Glen Canyon Dam (Nett, kann man machen…) war es leider etwas knapp geworden zum Sonnenuntergang am Horseshoe Bend und ich sah die Sonne gerade noch hinter einem kleinen Berg verschwinden als ich ankam. Die Lichtstimmung war aber trotzdem auch danach noch sehr schön und da war dann endlich das tolle Licht, das ich den ganzen Tag über gesucht hatte. Schön weich und der Himmel färbte sich immer weiter rot und bot so ein klasse Farbspiel. Das Ganze noch kombiniert mit dem Horseshoe Bend, einem sehr charakteristischen 180° Turn des Colorado Rivers. Wow! Und Wahnsinn war auch, wie nahe man da rankommt. Es gibt keinerlei Absperrungen und man kann direkt bis an die Kante gehen und todesmutig die ca. 200 Meter nach unten schauen…

Abgeschlossen wurde der Tag dann noch von einem mehr als spektakulären Sternenhimmel. Unglaublich, wie viele Sterne und Details man so ganz ohne Lichtverschmutzung in totaler Finsternis sehen kann. Definitiv mein persönlicher Moment des Tages und nicht nur wegen der Sternschnuppe und dem damit verbundenen Wunsch 🙂 Leider war es dann doch etwas kalt und ich kam mir etwas allein vor und dann waren dann ja noch die Kanten ohne Absperrung und totale Dunkelheit. Verträgt sich alles nicht so gut und daher habe ich mich dann mit einer 15-Minuten-Belichtung begnügt, bevor es wieder ins Auto ging (Wie zum Teufel habe ich das eigentlich wieder gefunden? Den „offiziellen“ Weg bin ich auf jeden Fall nicht gegangen) und ab in die heiße Badewanne…

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