Grand Canyon X

Roadtrip Southwest USA – Day 3: Gute Gespräche und Blowjobs

Ja genau! Gute Gespräche und zwischendurch der ein oder andere Blowjob sind genau die Dinge die ich am heutigen Tag am meisten vermisst habe ;-). Denn heute stand eine lange Etappe von der Gegend rund um Page bis nach Las Vegas auf dem Programm. Zum Glück galt es aber nicht nur Kilometer zu fressen, sondern als besonderes Highlight zum Abschluss meiner kleinen Wild West Tour hatte ich mir den Grand Canyon gelassen. Genauer gesagt, das Südende des Grand Canyons, da das Nordende aufgrund der winterlichen Bedingungen komplett gesperrt war und auch vom Süden her war nur der erste Aussichtspunkt (Desert View) zu befahren. Aber hey, besser als nichts, man weiss ja nicht, wann man es wieder mal in diese Ecke der Welt schafft…

Und so waren die 2 Stunden Fahrt bis zum Grand Canyon auch tatsächlich noch sehr interessant und überhaupt nicht langweilig. Tolle Landschaften, erneut viel Abwechslung und sogar eine neue Sonnenbrille habe ich bei einem Halt gefunden. Besonders beeindruckend war der letzte Abschnitt von der Hauptstrasse bis zum Eingang des Grand Canyon Nationalparks, der einem schon mal so richtig den Mund wässrig gemacht hat. Und schon war man am Eingang, brav die Gebühr von 25$ bezahlt und dann waren es von dort auch nur noch ein paar Minuten bis zum Aussichtspunkt.

Und dann kam genau der Effekt, den jeder Reiseführer so beschreibt, dass man ihn nicht in Worte fassen kann, sondern ihn einfach erlebt haben muss. Der erste Blick auf den Grand Canyon und dessen unglaubliche Weite. Impressive! Leider war das Licht dem Winter geschuldet nicht ganz so stark, so dass das Farbenspiel nicht ganz so intensiv war. Aber hey, ich meine es ist immer noch DER Grand Canyon! Und dafür hatte ich ja den Schnee, der einen sehr netten Kontrast zu den vornehmlich rötlichen Gesteinen gebildet hat. Auf jeden Fall ein Anblick, der sich in meiner Netzhaut eingebrannt hat und es locker in meine persönliche Top 10 geschafft hat.

Aber irgendwann musste ich mich auch von diesem Anblick trennen und dann kam der tatsächlich eher langweilige Teil des Tages. Sobald man erst mal auf der Interstate 40 war, war es vorbei mit der Abwechslung. Wobei, immerhin hat zumindest das Wetter für Abwechslung gesorgt, von Grau in Grau über einen leichten Schneesturm bis zum erstaunlich schönen Sonnenuntergang war alles dabei. Aber trotzdem war das der Teil, der sich wie Kaugummi gezogen hat und in dem wilde und wirre Gedanken durch meinen Kopf schossen. Aber nun ja, auch das gehört zu einem Roadtrip dazu…

Immerhin ein kleines Highlight gab es dann doch noch. Las Vegas hatte sich schon von weitem am Horizont angekündigt, man sieht das Leuchten am Himmel wirklich schon aus einer Entfernung von ca. 80 Meilen und damit stieg natürlich dem Ende des Tagesabschnittes hin immer mehr die Vorfreude. Die Fahrt wurde noch mal kurz vom Hoover Dam unterbrochen, welchen man auch nachts besuchen kann. Wobei besuchen ist etwas zu viel gesagt, am Kontrollpunkt bekommt man eine lange Belehrung, was man machen darf und vor allem was man nicht machen darf. Um es zusammenzufassen, man darf über den Damm fahren, dabei nicht stehen bleiben oder schon gar nicht aussteigen und dann am Ende auf einem Parkplatz stehen bleiben und von dort Bilder machen. Aber auch nur von dort! Dafür sorgen die Polizeipatrouillen schon. Damit blieb mir also der Blick den Damm hinunter verwehrt, aber es war ja sowieso schon dunkel und auch so war es trotzdem beeindruckend…

Und dann kommt der Moment, an dem man über eine Kuppe fährt und das erste Mal das sich schon die ganze Zeit ankündigende Lichtermeer von Las Vegas sieht. Absolut surreal und mir ging nur noch ein Gedanke durch den Kopf: „So, we finally meet, Vegas!“

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